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Lagebericht
Lagebericht

Wertorientierte Konzernsteuerung

Cash Value Added als Grundkonzept

Ein vorrangiges Ziel des Bayer-Konzerns ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Zur Planung, Steuerung und Kontrolle unserer Geschäfte haben wir daher bereits im Jahr 1994 als eines der ersten Unternehmen in Deutschland ein Wertmanagementsystem entwickelt und Anfang 1997 konzernweit eingeführt. Unsere primäre wertorientierte Steuerungsgröße ist der Unterschieds-Brutto-Cashflow (UBCF), englisch Cash Value Added (CVA). Der UBCF gibt an, inwieweit sowohl die Eigen- und Fremdkapitalkosten als auch der Werteverzehr, d.h. die Abnutzung der Anlagen, verdient werden konnten. Ist er positiv, so hat das Unternehmen bzw. die jeweilige Geschäftseinheit zusätzlichen Unternehmenswert geschaffen. Ist er negativ, konnten die erwarteten Kapitalkosten sowie der Werteverzehr nicht erwirtschaftet werden. Brutto-Cashflow (BCF) und UBCF sind einperiodische Renditekennziffern. Für eine dynamische, d.h. mehrperiodische, Betrachtung setzen wir daher den Delta-Unterschieds-Brutto-Cashflow (DUB), englisch Delta-CVA, ein. Der DUB gibt die Veränderung des UBCF gegenüber der Vorperiode an. Ist er positiv, so konnte die Wertschaffung verbessert werden.

Kapitalkostenbestimmung

Die Kapitalkosten werden bei Bayer als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten berechnet (WACC = Weighted Average Cost of Capital). Die Eigenkapitalkosten werden als Renditeerwartung der Aktionäre aus Kapitalmarktinformationen abgeleitet. Als Fremdkapitalkosten legen wir die Finanzierungskonditionen einer zehnjährigen Unternehmensanleihe zugrunde.
 
Um den unterschiedlichen Rendite-/Risikoprofilen unserer Tätigkeitsschwerpunkte Rechnung zu tragen, berechnen wir für unsere Teilkonzerne individuelle Kapitalkostensätze nach Ertragsteuern. Sie betrugen für HealthCare 8,0 Prozent (Vorjahr: 7,5 Prozent), für CropScience 7,0 Prozent (Vorjahr: 7,0 Prozent) sowie für MaterialScience 6,5 Prozent (Vorjahr: 6,5 Prozent). Für den Konzern ergab sich für das Jahr 2007 ein Verzinsungsanspruch von insgesamt 7,5 Prozent (Vorjahr: 7,0 Prozent).

Brutto-Cashflow, Cash Flow Return on Investment und
Unterschieds-Brutto-Cashflow als Erfolgsmaßstäbe

Der Brutto-Cashflow (BCF) ist das Maß für unsere Innenfinanzierungskraft und leitet sich direkt aus der Finanzierungsrechnung ab. Bayer hat sich für den Einsatz einer Cashflowgröße entschieden, da auf diese Weise bilanzielle Einflüsse reduziert werden und sich so die Aussagekraft der Kennzahl zur Performance-Messung erhöht.
 
Die Rentabilität des Konzerns bzw. der einzelnen Geschäftseinheiten wird anhand des Cash Flow Return on Investment (CFRoI) gemessen. Er berechnet sich als Verhältnis des BCF zum eingesetzten Kapital, dem sogenannten Investitionswert (IW). Der IW ist aus der Bilanz abgeleitet und setzt sich grundsätzlich aus unseren betriebsnotwendigen Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten zu Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie unserem Working Capital nach Abzug von zinslosem Fremdkapital (z.B. kurzfristigen Rückstellungen) zusammen. Um unterjährige Kapitalschwankungen einzubeziehen, ermitteln wir für unsere Renditeberechnung den durchschnittlichen IW des jeweiligen Jahres.
 
Unter Berücksichtigung der Kapitalkosten und der Reproduktion des abnutzbaren Anlagevermögens ermitteln wir die BCF-Hurdle. Wird die BCF-Hurdle erreicht oder übertroffen, ist die Verzinsung von Eigen- und Fremdkapital sowie die Anlagen-Reproduktion sichergestellt. Für das Geschäftsjahr 2007 lag die CFRoI-Mindestverzinsung bei 10,2 Prozent (Vorjahr: 10,0 Prozent), die entsprechende BCF-Hurdle bei 4.035 MIO € (Vorjahr: 3.188 MIO €).
 
Mit einem BCF von 4.784 MIO € haben wir die BCF-Hurdle deutlich um 18,6 Prozent übertroffen. Die Kapitalkosten und die Reproduktion konnten wir somit im abgelaufenen Jahr vollständig verdienen. Der positive UBCF von 749 MIO € besagt darüber hinaus, dass Bayer im abgelaufenen Geschäftsjahr zusätzlichen Wert geschaffen hat. Bei einem UBCF im Geschäftsjahr 2006 von 725 MIO € ergibt sich im Konzern ein Delta-Unterschieds-Brutto-Cashflow von 24 MIO €, damit konnte die Wertschaffung verbessert werden. Mit einer Konzernrendite (CFRoI) im abgelaufenen Jahr von 12,2 Prozent (Vorjahr: 12,1 Prozent) konnten wir damit das Rekordniveau des Vorjahres leicht übertreffen.
 
Die Teilkonzerne CropScience und MaterialScience haben den Verzinsungsanspruch einschließlich Reproduktion übertroffen bzw. erreicht. CropScience lag mit einem CFRoI von 11,3 Prozent über Vorjahr (10,3 Prozent). MaterialScience erzielte einen CFRoI von 15,9 Prozent (Vorjahr: 15,6 Prozent). HealthCare hat trotz des mit der Akquisition von Schering verbundenen IW-Anstiegs sowie integrationsbedingter Aufwendungen einen CFRoI in Höhe von 11,1 Prozent erreicht (Vorjahr: 12,4 Prozent).
Wertmanagement-Kennzahlen
pro Teilkonzern
HealthCareCropScienceMaterialScienceKonzern
in Mio €20062007200620072006200720062007
Brutto-Cashflow-Hurdle (BCF-Hurdle)1.536 2.394 1.000 939 649 624 3.188 4.035
Brutto-Cashflow* (BCF)1.720 2.389 900 961 1.166 1.228 3.913 4.784
Unterschieds-Brutto-Cashflow (UBCF)184 -5 -100 22 517 604 725 749
Cash Flow Return on Investment (CFRoI)12,4%11,1%10,3%11,3%15,6%15,9%12,1%12,2%
ø Investitionswert (ø IW)13.865 21.608 8.728 8.500 7.489 7.722 32.276 39.203
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